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22.02.2005: (Quito (Ecuador)) "Reisetagebuch - 22.02.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Dass ich gestern innerhalb nur eines Tages so viel von Quito gesehen habe, war durchaus gewollt, da ich am Busbahnhof feststellen musste, dass es keine Direktbusse nach Bogota gibt und ich somit den heutigen Tag so organisieren wollte, dass ich die Grenze noch bei Tageslicht erreiche.

So war ich bereits gegen 8.30 Uhr mit dem Fruehstueck fertig und konnte mich auf den Weg zum Casa Sucre machen, wo der beruehmte Unabhaengigkeitskaempfer einige Zeit gewohnt hat. Dies oeffnet aber erst um 9.30 Uhr, so dass ich einem Hinweisschild zum Plaza San Marco folgte. Dieser liegt im gleichnamigen, sehr ruhigen und sauberen Stadtteil, den ich aufmerksam durchlief.



Der Plaza selbst ist sehr schattig und nicht besonders gross, doch die Strassen San Marcos sind sehr sympathisch und einladend. Ich sah mir danach das Casa Sucre an, das erst 1978 restauriert wurde, weshalb nur ein Teil der Moebel Originale sind. Das Haus ist dennoch sehenswert und man kann viel ueber den suedamerikanischen Helden und seinen Weggefaehrten Simon Bolivar lernen.



Obwohl die Iglesia La Compania als die interessanteste Kirche der Stadt gilt, sparte ich mir die 2 USD Eintritt, da ich auch in Quito schon wieder mehr koloniale Kirchen gsehen habe, als man an den Fingern einer Hand abzaehlen kann. Die Spanier waren diesbezueglich sehr eifrig, als sie ihre neuen Vizekoenigreiche errichteten.



Um 11.30 musste ich die wunderschoene Stadt leider schon wieder verlassen. Der Bus fuhr mit mir als einzigem Passagier los und brauchte innerhalb Quitos mehr als eine Stunde, um so voll zu werden, dass er sich langsam auf den Weg zur Grenzstadt Tulcan machte.



Die vielen Stopps in den Orten auf dem Weg erklaerten denn auch, warum der Bus fuer die nicht sonderlich lange Strecke insgesamt 6 Stunden brauchte. Immerhin hatten wir auf einem Grossteil des Weges eine gute Aussicht auf die ecuadorischen Anden, eine faszinierende, gruene aber bergige Landschaft.



In Tulcan musste ich mich durch eine Parade kaempfen, die sehr nach Karneval aussah, dafuer jedoch reichlich spaet stattfand. Ich verass noch einen Teil meiner restlichen Muenzen, die anders als die Banknoten nicht die Aufschrift United States of America, sondern Republica del Ecuador tragen. Dennoch sind 100 ecuadorische Centavos ein US Dollar. Fuer die 7 Kilometer von Tulcan zur Grenze nahm ich einen Minibus vom zentralen Plaza der nicht unsympathischen Kleinstadt.



Ohne Probleme bekam ich meinen Ausreisestempel aus Ecuador, fuer die Einreise nach Kolumbien jedoch musste ich nicht mein Original Flugticket von Caracas nach Madrid vorzeigen, sondern eine Kopie von selbigem zusammen mit der Lichtbildseite meines Reisepasses abgeben. Sofort war natuerlich ein geschaeftstuechtiger Taxifahrer zur Stelle, der mir sagte, dass die beiden Kopiershops hier an der Grenze bereits geschlossen haetten, er mich jedoch nach Ipiales auf kolumbianischer Seite und zurueck fahren koenne, wo ich meine Kopie anfertigen lassen koennte.



Nachdem ich zuvor bereits von 7 Geldwechslern angesprochen wurde, versuchte ich bei der Ablehnung des Angebots freundlich zu bleiben. Da tatsaechlich die Kopiershops geschlossen waren, ging ich zurueck ueber die Grenzbruecke und fand in Ecuador einen geoeffneten Kopiershop. Mit der Kopie ging dann Alles sehr schnell und mit einem weiteren Minibus fuhr ich zum Terminal von Ipiales.



Da es inzwischen bereits 19 Uhr war, gab es keine Busse mehr bis nach Bogota, so dass ich fuer 20 Uhr ein Ticket nach Cali auf halbem Weg zur Hauptstadt kaufte. So sitze ich nun in einem Minibus der Gesellschaft Bolivarianos und kann in der mondhellen Nacht die kolumbianischen Berge der Anden bewundern, die sich von den ecuadorischen jedoch wenig unterscheiden.



Allerdings ist diese Beschaeftigung erfolgversprechender, als den Versuch zu starten, zu schlafen, da die Strasse eben durch dies Gebirge fuehrt und es in den letzten 2 1/2 Stunden nicht einmal geradeaus ging, sondern in einem kurvigen Zickzack die Berge Auf und Ab. Hinzu kommt, dass wir immer wieder in haarstraebenden Aktionen langsame LKWs ueberholen muessen, was dem Fahrer jedoch so gut gelingt, dass ich vermute, eher als wie geplant um 6 Uhr morgens in Cali anzukommen.





Da ich soeben die Grenze zu Kolumbien ueberquert habe, muss ich nun ein kleines Resumee ueber die Bananenrepublik Ecuador schreiben, was mir nicht leicht faellt, da ich lediglich die etwas nichtssagende Stadt Machala und die nahegelegene Insel Jambeli sowie die sehr schoene Hauptstadt Quito gesehen habe.



Vom echten, bergigen Ecuador mit kleinen Orten in den Anden habe ich nur aus dem Fenster des Busses etwas sehen koennen, wobei mir das, was ich sah, durchaus gefiel. Auch die extrem teuren aber angeblich den Preis werten Galapagosinseln habe ich nicht besucht und muss doch sagen, dass Ecuador hinsichtlich der sehr unterschiedlichen Landschaften, die das Land zu bieten hat, grandios ist.



Der noerdliche Teil zwischen Quito und der kolumbianischen Grenze hat mich bereits weitere Reisen planen lassen. Was mir nur anhand vieler nicht gekannter Voegel auffiel, ist dass Ecuador auch hinsichtlich Flora und Fauna sehr artenreich ist. Das kleine Land hat beispielsweise 20.000 Pflanzenarten, waehrend der gesamte nordamerikanische Kontinent es auf gerade 17.000 bringt. Die Natur ist also das eigentlich schoene an Ecuador, selbst wenn ich eher von der Hauptstadt Quito begeistert bin. Die Stadt hat so viel kolonialen Charme in der Altstadt und Alles was eine internationale Hauptstadt braucht in der Neustadt, dass ich eigentlich sagen kann, dass ich die beiden interessantesten Staedte des Landes besucht habe.



Ueber die Menschen des Landes kann ich nach so kurzer Zeit nicht viel sagen. Auf Jambeli wurde ich sehr freundlich aufgenommen, waehrend ich in Quito in mein Zimmer gefuehrt wurde und sonst wenig mit kommuniziert wurde. Aber ich musste mich nie unsicher fuehlen, wobei ich nachts auch nicht unterwegs gewesen bin.



Was ich definitiv sagen kann, ist dass Ecuador sehr preiswert ist (ich nehme die Galapagos Inseln hiervon selbstverstaendlich aus). Dachte ich noch in Machala, dass Essen hier teurer ist, wurde ich in Quito eines besseren belehrt, wo man in den meisten einfachen Restaurants zwischen 1,20 USD und 1,70 USD fuer das Tagesmenu zahlt, wobei die wirklich einfachen Lokale auch nichts anderes anbieten. Auch die Einzelzimmer die ich hatte, jenes in Quito hatte sogar ein eigenes Bad, waren mit je 6 USD nicht teuer, wobei ich auch durchaus guenstigere Alternativen haette finden koennen. Und fuer einen Uebernachtbus von Machala nach Quito 7 Dollar zu zahlen ist spottbillig, wobei die Qualitaet des Busses nicht besonders schlecht war.



Nachdem ich viele Laender nur kurz gesehen habe, muss ich insgesamt sagen, dass die Zeit in Ecuador zu kurz war, um einen Eindruck vom Land zu bekommen. 10 Tage wuerden vermutlich genuegen, um einen Eindruck vom ganzen Land zu bekommen, doch habe ich leider keine Zeit dafuer, da ich in weniger als 2 Wochen in Caracas sein muss, was noch verdammt weit weg ist.


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