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20.07.2004: (TransSib) "Reisetagebuch - 20.07.2004"    [geschrieben von AlexSapp]

Heute haben wir die Grenze zu China ueberschritten. Auch an dieser Grenze dauerten die Formalitaeten inklusive des Umbaus fuer das chinesische Schienennetz ueber 6 Stunden. Leider wurde uns nicht gesagt, dass wir zwischendurch die Moeglichkeit gehabt haetten, auszusteigen. Dadurch konnten wir auch kein Geld abholen bzw. wechseln, was wir jedoch nicht als Problem ansahen, da wir davon ausgingen, dies waehrend unseres 5stuendigen Aufenthalts in Jining nachholen zu koennen.

Die Kontaktperson des Reisebueros war leider nicht auf dem Bahnsteig, um uns abzholen, wie wir es von frueheren Stopps gewohnt waren. 2 junge Frauen aus Muenchen, die ebenfalls ueber Knop gebucht hatten, teilten unser Schicksal, sie fuhren jedoch schon nach 2 Stunden weiter, da sie bereits in Datong einen weiteren Aufenthalt hatten. Diese riefen bei Knop in Deutschland an, was zur Folge hatte, dass nur eine Stunde spaeter jemand vom Bahnhofspersonal die beiden zu den Gleisen fuehrte und in den richtigen Zug setzte.



In der Zwischenzeit hatten meine Schwester und ich getrennt voneinander unsere ersten echten China Erlebnisse zu verkraften. Scarlett war mit einer der Muenchnerinnen ausserhalb des Bahnhofs unterwegs, um eine Geldwechselmoeglichkeit zu finden und wurde dabei von Menschenmassen angegafft, wurde von Kindern verfolgt, die ihr seltsames Stofftier streicheln wollten und es wurde ihr schon aus weiter Entfernung zugerufen und zugewunken, sowie staendig aus naechster Naehe mit dem Finger auf sie gezeigt.



Zusammen mit der zweiten Muenchnerin machte ich im Bahnhof Bekanntschaft mit dem Chinesischen Umgang mit Privatsphaere. Nicht nur, dass auch wir sehr genau von allen Seiten betrachtet wurden, innerhalb weniger Minuten hatten sich fast 10 Zeichnerinnen und Zeichner um uns herum versammelt, die damit begannen, uns zu malen. Offensichtlich waren es Studenten einer Kunstschule, da nach einer Weile auch eine Lehrerin die erstaunlich gut getroffenen Werke begutachtete. Immerhin bedankten sich die meisten Kuenstler nach der Fertigstellung der Bilder hoeflich und liessen uns auch einen Blick darauf werfen.



Nach einiger weiterer Wartezeit wurde ich ins Bahnhofsbuero gebeten, wo ich dann mit Heidi Lin, der Knop Kontaktperson in Peking, telefonieren konnte. Sie entschuldigte sich dafuer, dass schlicht vergessen wurde, unsere Tickets zu bestellen, sagte jedoch, dass wir uns keine Sorgen machen muessten, da jemand kommen wuerde, der uns die Tickets bringt.



Dem war nicht so, aber Heidi rief nochmals an und erklaerte mir, dass es nicht gelungen sei, Tickets zu bekommen und dass wir versuchen sollten, einzusteigen und im Zug nachzuloesen. Dies erklaerte sie auch dem Bahnhofspersonal, welches uns hierbei behilflich sein sollte.



Leider gibt es in Jining so spaet keine Moeglichkeit mehr, Geld abzuheben oder zu tauschen, weshalb wir froh waren, das ein Kiosk unseren letzten 20 USD Schein annahm und in Yuan herausgab. Im Zug sei es moeglich, mit Euro zu zahlen, wurde mir versichert. Von unseren 5 Stunden Aufenthalt, die wir urspruenglich fuer einen Stadtrundgang verplant hatten, waren dann schon 4 Stunden vergangen, woraufhin wir beschlossen, auch die letzten Minuten am Bahnhof zu bleiben, um ja nicht zu spaet zu kommen.



Die Mitarbeiterin des Bahnhofs versuchte uns 2 Plaetze im Schlafwagen zu besorgen, was klaeglich scheiterte und von der Wagonschaffnerin lediglich mit einem herzhaften Lachen beantwortet wurde. So schickte sie uns zum anderen Ende des Zuges, um einen Sitzplatz fuer die Fahrt nach Peking zu bekommen. Dorthin kam sie allerdings nicht mit, weshalb sie dem Zugpersonal die Situation nicht erklaeren konnte.



Es war nicht einfach, klar zu machen, dass wir keine Tickets besitzen, sondern welche kaufen wollen, doch es gelang, weshalb wir nun zwei sehr schmale Sitzplaetze in einem Wagon mit einer rigorosen ganz-oder-garnicht-Klimaanlage nutzen duerfen. Die Bezahlung wurde dann aber schwierig, da das Zugpersonal noch nie Eurobanknoten gesehen hat unnd diese folglich nicht annahm. Auch ein Handytelefonat mit Heidi, die zu vermitteln versuchte, brachte nicht den gewuenschten Erfolg.



Da meine Schwester den Ticketkauf uebernommen hatte, weiss ich nun nicht, ob die beiden Tickets, die sie fuer insgesamt ca. 11 EUR erstanden hat, die wir nach dem Kioskeinkauf noch in Form chinesischer Yuan hatten, aus Freundlichkeit und um keine Euro annehmen zu muessen, erst ab dem naechsten Bahnhof bis Peking gelten, oder ob wir nur von Jining bis zum naechsten Bahnhof geloest haben und in wenigen Stunden den Zug wieder verlassen muessen. Der Zug jedenfalls ist gegen 7 Uhr in Peking und wir lassen uns ueberraschen, ob wir dann noch an Bord sind, oder nicht.

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