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21.07.2004: (TransSib) "Reisetagebuch - 21.07.2004"    [geschrieben von AlexSapp]

Nach einer schlaflosen und wirklich unbequemen Nacht im Zug sind wir in Peking, dem Austragungsort der olympischen Sommerspiele 2008, angekommen. Nachdem wir am groessten Bahnhof Asiens weder eine Bank noch einen Geldautomaten finden konnten, gingen wir zu Fuss bis zur naechsten Filiale der Bank of China, wo wir sogar Reisecheckes wechseln konnten. Bereits der 4. angehaltene Taxifahrer kannte unser gewuenschtes Ziel, das Far East Hotel in einem Hutong suedlich des Qianmen gelegen, an dem der Platz des Himmlischen Friedens beginnt.

Leider war sowohl das Hotel als auch die zugehoerige Jugendherberge bereits ausgebucht, weshalb wir in dem engen Gassenviertel, das so anders wirkte, als die breiten Schneisen, auf denen uns das Taxi durch die Stadt chauffiert hatte, ein anderes Hotel suchten. Nach 20 Minuten standen wir wieder vor dem Far East Hotel, wo wir von der Rezeptionistin hinein gebeten wurden, da nun 2 Betten in 4 Bett Gemeinschaftsraeumen frei waren.



Wir wohnen jetzt fuer 4,50 EUR pro Person und Nacht im Far East Hotel, keine 1000 Meter vom Tiananmen Platz entfernt, weshalb wir sofort fuer 4 Naechte bezahlten. Wir gingen dann durch das herrlich altstaedtische Gassenviertel Qianmen zum Tiananmen Platz, bewunderten den riesigen Platz, das schader Weise dort errichtete Mausoleum fuer den Vorsitzenden Mao, die Grosse Halle des Volkes und die umliegenden Prachtbauten.



Auf den Maerkten von Qianmen kauften wir nachmittags erste Souvenirs, am Abend assen wir an den verschiedenen Staenden der dortigen Night Markets fuer wenige Euro zu Abend, da unsere Verabredung mit Stefan und Christian nicht geklappt hatte. Der erste Eindruck, den Peking hinterlaesst, ist also gemischt.



Beeindruckend breite Strassen geben der Stadt eine Ordnung, die vielen historischen Baudenkmaeler, wie das alte Stadttor, der alte Bahnhof, der Kaiserpalast und nicht zuletzt die Hutongs sind Zeugen der Vergangnheit, in einer Stadt, in der man nur die Zukunft in Form der Sommerspiele 2008 vor Augen hat. An jeder Ecke wird gebaut, Gruenanlagen angelegt und fuer eine Grossstadt dieser Dimension befinden sich, auch in Zentrumsnaehe, sehr viele Parks.



Das Auffaelligste ist jedoch die Luft. Die knapp 90% Luftfeuchtigkeit sind bei tagsueber ca. 30 Grad C extrem schweisstreibend. Eine Mischung aus Smog und Nebel liegt ueber der Stadt, so dass die Sonne zwar Schatten wirft, die Gefahr eines Sonnenbrandes jedoch nahezu ausgeschlossen werden kann, da ihre Intensitaet durch den Schmutz in der Luft, der Sichtweiten von mehr als 1000 Metern kategorisch ausschliesst, eingedaemmt wird.



Gewoehnen muss man sich daran, immer und ueberall zu handeln. So kaufte meine Schwester gerade fuer 5 Yuan, also ca. 50 Cent eine Flasche kaltes Wasser, waehrend ich beobachtete, wie zwei Touristen 3 Meter von uns entfernt 2 Yuan dafuer zahlten. Ich schloss mich Ihnen an. Selbst wenn ein Verkaeufer mit utopischen Preisen von ueber 50 EUR fuer Kleidung anfangen, sollte man keine Scheu haben, mit 3 EUR zu kontern, um sich nach langem hin und her dann auf einen realistischen Preis zwischen 5 und 8 EUR einigen zu koennen.



Mit der Ankunft in Peking endet nun die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn, bzw. mit der transmongolischen Route davon. Wir haben die Weite Sibiriens vom Zug aus zum Teil erleben, vielfach aber auch nur erahnen koennen. Da die direkte Umgebung der Schienen doch relativ stark besiedelt ist, passiert es eigentlich nicht, dass man wirklich ueber Stunden durch unbesiedelte Flaechen faehrt ohne ein Haus zu sehen und die sommerliche Hitze zu dieser Jahreszeit machte das Reisen zeitweise doch sehr anstrengend.



Es gibt wohl keine bessere Moeglichkeit, die Groesse Russlands zu erfahren, als die Transsib, auch hat man sonst wohl kaum die Moeglichkeit, zum Baikalsee zu gelangen oder einen Kurztrip durch die Mongolei zu unternehmen. Trotzdem ist eine solche Fahrt wahrscheinlich beeindruckender, wenn man tatsaechlich im harten sibirischen Winter die urspruenglichste Route bis oder von Wladiwostok faehrt.



Wichtig fuer das Erlebnis Transsib sind auch die anderen Fahrgaeste. Sehr internationales Publikum mit dem Lonely Planet Transsib in der Hand mischt sich mit Einheimischen, die meist nur einige Hundert oder wenige Tausend Kilometer mitfahren und dann schon wieder aussteigen. Auch wenn es zwischendurch noch einige ggf. recht interessante Staedte gegeben haette, bin ich doch froh, die ersten 3 Tage durchgefahren zu sein, da man so am Besten das Leben im Zug mitbekommt.



Insgesamt ist dies sicher ein spannendes Erlebnis, das man aber nicht zwingend mitgemacht haben muss. Zudem ist es tatsaechlich praktischer, weil flexibler, auch eine solche Reise auf eigene Faust zu unternehmen, ohne allzu viel von daheim zu buchen.

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