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28.05.2004: (Ankara (Türkei)) "Reisetagebuch - 28.05.2004"    [geschrieben von AlexSapp]

Das Wetter hat sich nicht geändert, so dass ich für meinen 250 km Trip durch Kappadokien meine Winterhandschuhe auspackte, die ich eigentlich für Bergtouren in Georgien, Nepal oder den Anden vorgesehen hatte. Nachdem ich nochmal kurz in ?rgüp war, besuchte ich auf meinem Weg zur Ihlara Schlucht noch die Orte Ortahisar und Uchisar, wovon erstere durch eine imposante Burg auf einem deutlich über den Ort hinausragenden Felsen zu erstaunen wusste.

Weiter fuhr ich über Derinkuyu, einem völlig unspektakulären Ort der allerdings auf Grund seiner komplett ausgegrabenen 8-stöckigen unterirdischen Siedlung aus dem 7. Jahrhundert, in der zur Zeit der Christenverfolgung mehere Tausend Menschen lebten, zu fast jeder angebotenen Kappadokien Tour gehört. Ich ersparte mir dies und fuhr weiter. Einen Zwischenstopp legte ich an einem zum See gewordenen Vulkankrater ein, wo ich, da dieser weder zur roten, noch zur blauen und auch nicht zur grünen Tour gehörte, bis auf eine japanische Familie, die aus dem Auto ausstieg, Fotos machte, wieder einstieg und weiterfuhr, ganz allein die Natur genießen durfte.



Kurz vor der Schlucht machte ich noch einen Abstecher nach Güzelyurt, einem Ort, der ohne die Moscheen auch nach Kärnten passen würde. Dort suchte ich die örtliche Lokanta auf und aß in einer Menge freundlicher Türken, von denen sich wegen sprachlicher Hürden nur der Wirt mt mir unterhalten konnte und es den anderen dann übersetzte, zu Mittag. Danach begann das Abenteuer Ihlara Schlucht. "Türkischer Grand Canyon" ist etwas übertrieben, doch die 2,70 EUR Eintritt ist die Schlucht allemal wert. Auch hier sind natürlich in den Felsen Höhlen und Kirchen geschlagen, was das Ganze noch faszinierender gestaltete. Nachdem ich eine Weile gewandert war und mich bereits auf dem Rückweg befand, traf ich eine folgenschwere Fehlentscheidung.



An einer der zahlreichen Weggabelungen nahm ich die untere Variante, welche näher an dem Bach vorbei führte. Anstatt aber nach 15 Metern, als der Weg plötzlich endete, umzukehren und es oben herum zu versuchen, kletterte ich einen Felsen hinauf. Dabei fand ich Halt auf einem kleinen Baum, der sich trotz vorher erfolgreich ausgeführter Tests gerade in dem Augenblick, als ich mit ganzem Gewicht darauf stand, durchzubrechen entschied. Mein Versuch, mich an dem verbleibenden Stumpf festzuhalten, wie es in Hollywood-Filmen immer so toll funktioniert, konnte meinen Sturz in den 3 Meter tiefer gelegenen Bach weder verzögern geschweige denn verhindern. Glück im Unglück: an genau dieser Stelle war der wie ein österreichischer Gebirgsbach aussehnde Wasserlauf fast 2 Meter tief und ohne höhere Felsen, so dass ich gänzlich unverletzt blieb. Pech nur, dass der Bach an dieser Stelle fast 2 Meter tief war, weshalb ich komplett unter Wasser tauchte. Nachdem ich mich innerhalb von 10-15 Sekunden auf den nächsten Felsen gerettet hatte, griff ich geistegegenwärtig nach meiner Digitalkamera und entfernte den Akku und die Speicherkarte. Nachdem ich auch meinem Handy die Stromversorgung genommen hatte und ich den Rucksack, der die wenigen Sekunden unter Wasser fast unbeschadet überstand, abgelegt und ich die Orientierung wiedererlangt hatte, lief ich den Bach ca. 30 Meter hinab, wo mein Reiseführer, den ich beim Sturz ins Nass in der Hand hielt, zwischen 2 Steinen auf mich wartete. Ich hätte gern unter anderen Umständen erfahren, dass ein Buch auch als Wasserspeicher gute Dienste leisten kann. Da das sonstige elektronische Equipment ja im Rucksack recht trocken blieb, kann ich zumindest auf dem Communicator weiter Reisetagebuch führen und ihn natürlich auch als Mobiltelefon nutzen. Trotzdem hoffe ich, dass nach 1-2 Tagen Trocknung das Handy und noch wichtiger die Digicam wieder funktionieren, obwohl ich diesbezüglich eher skeptisch bin. Ich zog mich dann an Ort und Stelle aus, wrang meine Sachen aus, legte sie für 30 Minuten in die gerade zu dieser Zeit dankenswerter Weise hervorlukende Sonne und zog sie wieder an, um noch vor Einbruch der Dunkelheit die 100 km Rückweg gemeistert zu haben. Einmal mehr bestätigte sich meine These, dass Kleidung am schnellsten trocknet, wenn man sie trägt. Trotzdem behält meine Mutter im Streit um diese Vorgenensweise Recht, da ich nun sehr genau weiß, woher die zur Wasserverdunstung benötigte Energie stammt. Jetzt bin ich aber wieder im Hostel und die nächsten Tage werden zeigen, wie teuer mich diese Dummheit zu stehen kommt. Denn bis jetzt kann ich weder eine Erkältung noch den Verlust meiner Kamera und meines Handys ausschließen.

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