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15.03.2005: (Johannesburg (Südafrika)) "Reisetagebuch - 15.03.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Ich bin heute puenktlich wach geworden, habe ich mich aber danach nochmal kurz zur Seite gedreht und bin daher erst um 8.30 Uhr aufgestanden. Da ich lange geduscht habe und meine kompletten Reste wegfruehstuecken musste, konnte ich erst um 10 Uhr nach einem Shuttle fragen und musste bis 11 Uhr auf die Abfahrt warten. Dann war es endlich soweit, dass ich an meinem vierten Tag doch noch in der Innenstadt von Johannesburg abgesetzt wurde.

Der Bahnhof ist sehr gut bewacht, doch die Umgebung wirkt durchaus recht duster. Ich gab mein Gepaeck zur Aufbewahrung ab und fragte nur kurz nach den Abfahrtszeiten der Zuege ins nur 50 Kilometer entfernte Pretoria, da ich am morgen entschieden habe, doch fuer zumindest einen Tag in die Hauptstadt zu fahren. Nach Pretoria faehrt lediglich ein Expresszug der Metro, dieser jedoch regelmaessig im 20 Minuten Takt, sodass ich mir darueber keine Sorgen machen musste.



Ich ging aus dem Bahnhof heraus erstmal Richtung Newtown, einem um einen grossen Platz herum angesiedelten Bereich, der durch die Errichtung eines Kulturzentrums sowie durch das Afrikana Museum touristisch interessant und auch eines der sichersten Gebiete der Innenstadt ist. Auf dem Weg dorthin kaufte ich mir noch zwei Paar Socken, die ich zusammen mit meiner Kamera in einer billigen Plastiktuete mit mir fuehrte, da ich keinen Rucksack dabei hatte und wie ein einkaufender Suedafrikaner wirken wollte.



Meine Sicherheitsvorkehrungen fuer den Innenstadtbereich gingen gar soweit, dass ich nicht nur sehr wenig Bargeld und den Stadtplan aus meinem Buch gerissen und als Notitzzettelchen dabei hatte, auch hatte ich die Speicherkarte der Kamera gewechselt, um im Fall der Faelle nur die Kamera und nicht auch noch 200 Fotos zu verlieren. Zwar war ich gerade in der Gegend um den Bahnhof so ziemlich der einzige Weisse, Angst ueberfallen zu werden hatte ich jedoch nicht, da es nicht so unsicher wirkte, wie man aus Erzaehlungen von vor 3 bis 5 Jahren befuerchten musste.



Das Afrikana Museum mit Sektionen ueber den langen Weg zur Demokratie, das Wirken Gandhis in Suedafrika, der Geschichte des Goldes sowie einer Fotografieausstellung ist lehrreich und sehr interessant aufgebaut. Ausserdem ist zur Foerderung der Attraktivitaet der Innenstadt der Eintritt kostenlos. Schon fast zu touristisch ist Market Theater Komplex mit Theater, Galerien und Restaurants, dem natuerlich auch einige Souvenirlaeden ageschlossen sind.



Ich kaufte mir anschliessend einen gegrillten Maiskolben an einer Strassenecke und lief zum Gebaeude der Johannesburg Stock Exchange, der einzigen Boerse des Landes, die von Aussen weit weniger spektakulaer aussieht, als ihre Vorgaenger. Da ich mich nun, mit dem groessten Maiskolben, den ich je gegessen habe, schon fast heimisch fuehlte, ging ich auch noch zum Carlton Center und auf dem Rueckweg durch die Smallstreet Mall, wovon von meinem immer etwas uebervorsichtigen Reise-Know-How Fuehrer explizit als viel zu gefaehrlich abgeraten wird.



Anders als die kleinen Shoppingmalls in Bahnhofsnaehe, die Leerstaende um 50-70% zu verzeichnen haben, ist dieses Center aber nicht nur gross und modern, es ist auch fast komplett angemietet und wirkt nicht im Geringsten unsicher. In der sich anschliessenden Small Street Mall sah ich schon einige merkwuerdeige Gestalten, doch kann einem auch hier nicht viel passieren, da alle 50 Meter ein Securitymann oder ein Polizist steht.



Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Hype um die Sicherheitslage uebertrieben ist, wobei ich auch erfahren habe, dass die Innenstadt vor einigen Jahren wesentlich gefaehrlicher war und nun einige Programme der Stadtvaeter und Einzelhandelsinitiativen zu wirken beginnen. Natuerlich raten die Hostels, die in den letzten Jahren aus dem Zentrum in die Aussenbezirke gezogen sind, von einem Besuch ab, da sie mit der Angst der Gaeste gutes Geld verdienen, da man fuer Essen, gefuehrte Touren, Internet, Transport und Waescherei fernab des Zentrums extrem hohe Preise nehmen kann und somit gutes Geld verdient.



Um wieviel diese Services ueberteuert sind, konnte ich feststellen, als ich nach ca. 2-stuendiger Metrofahrt in Pretoria ankam. Ich war erleichtert festzustellen, dass man ohne Bedenken zu Fuss vom Bahnhof zur Unterkunft laufen kann. Dabei fand ich bereits ein Internetcafe, in dem die Stunde 14 statt wie in Johannesburg 40-60 Rand kostete und dem 40 Rand Waschservice steht eine Muenzwaescherei nahe des Bahnhofs Pretorias gegenueber, wo das Waeschen 7 und das Trocknen nochmals 4 Rand kostet. Auch das Hostel, in dem der Schlafsaal nicht 12 sondern gemuetliche 5 Betten hatte ist mit 60 Rand ein gutes Stueck guenstiger als jene in Joburg.



Groesster Vorteil aber ist, dass man im Zentrum wohnen und auch bei Dunkelheit noch preiswerte Restaurants aufsuchen kann, sodass ich fuer 1,60 EUR mit einem Teller Pap mit 2 Haehnchenschenkeln und einer guten Currysauce satt wurde. Endlich wieder ein Tag, an dem ich so reisen konnte, wie ich es mir vorstelle. Ich habe den ganzen Tag wenig weisse Gesichter getroffen, doch das ist wohl das Suedafrika der oeffentlichen Verkehrsmittel und der Strassen ausserhalb der exklusiven Shoppingmalls.

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