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18.10.2004: (Kuala Lumpur (Malaysia)) "Reisetagebuch - 18.10.2004"    [geschrieben von AlexSapp]

Ein Tag in Kuala Lumpur. Den ersten Eindruck, den KL am Flughafen und durch die imposante Skyline hinterlaesst, kann die Stadt zum Glueck nicht halten. Gerade in Chinatown sind die durchschnittlichen Gebaeude nicht hoeher 4 bis 5 Stockwerke und nicht wenige der Gebaeude haben nur deren 2 und sind offensichtlich auch schon einige Jahrzehnte alt. Zwischen den Wolkenkratzern der Innenstadt sieht man einige sehr schoene meist im maurischen Stil, immer jedoch betont muslimisch, errichtete Gebaeude wie den ehemaligen Hauptbahnhof, das Islamic Art Museum oder das wundervolle Sultan Abdul Samad Gebaeude.

Nichts desto trotz ueben die Petronas Twin Towers aber den maechtigssten Eindruck auf das Erscheinungsbild der Stadt aus. Diese wurden daher auch mein erstes Anlaufziel. Die Tuerme werden nicht nur im 42. Stock von der Skybridge sondern auch in den 6 unteren Stockwerken miteinander verbunden. In diesen 6 Stockwerken der Tuerme sowie des Zwischengebaeudes befindet sich ein gigantisches Einkaufszentrum. Neben allerhand exklusiven Laeden mit teuren Markenprodukten und entsprechendem Publikum gibt es in diesem Einkaufszentrum aber auch eine ganze - die zweite - Etage, die so ganz meinen Vorlieben entspricht. Das Food Center. Burgerketten, Cafes, Eisdielen, Pizzerien, Hot Dog Restaurants, eine Zimtschneckenbaeckerei, Subway, usw. Ich hatte nur Zeit und Hunger fuer eine Zimtschnecke mit Vanilleeis und einen Kaffee.



Im Rahmen eines Stadtrundgangs sah ich mir natuerlich auch noch die anderen Sehenswuerdigkeiten an, nicht nur die bereits erwaehnten, sondern auch den Fernsehturm, die Jame Moschee, die Zentralmoschee, den hinduistischen Sri-Mahamariamman Tempel und den fuer die englische High Society im Jahre 1890 erbauten Selangor Club, in dem auch noch heute nur Mitglieder eingelassen werden, nur dass man heute dafuer keinen britischen Pass, sondern nur das entsprechende Kleingeld benoetigt.



Zu Abend ass ich noch landestypischer als gestern, indem ich im Zentralmarkt von Chinatown, einem von den britischen Kolonialherren 1930 errichtetes Gebaeude, ein indisches Restaurant aufsuchte, in dem ich ein malayisches Reisgericht probierte, welches mir von einem philippinischen Gastarbeiter serviert wurde. Erstaunlicher Weise merkt man fast nichts davon, dass wir uns im Ramadan befinden. Da Malaysia ein islamisches Land ist, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass es tagsueber wenige geoeffnete Restaurants gibt und die Abende dafuer in Fressorgien ausarten. Doch ausser, dass die Restaurants Abends besser gefuellt sind als am Tag und auch bis spaet in die Nacht geoeffnet, kann man keine Versorgungsengpaesse feststellen. Vielleicht ist KL dafuer auch zu staedtisch und mit einer zu gemischten Bevoelkerung versehen.



Am Nachmittag hatte ich noch ein seltsames Erlebnis. Ich wurde von einem jungen Mann und 2 Frauen angesprochen, die sich auffaellig fuer meine Heimat Deutschland interessierten. Sie luden mich zu sich ein und aus Neugier folgte ich der Einladung und so fuhren wir per Taxi in einen ausserhalb gelegenen Wohnbezirk. Wann immer ich nach Strassenschildern sehen wollte, fiel einer der Frauen ein neues deutsches Wort ein, dass ich ihr aufschreiben sollte. Wir tranken dort einen Tee und ich wurde einem aelteren Herren vorgestellt, der der Vater oder Onkel einer der Frauen war oder sein sollte. Dieser erzaehlte mir dann, dass er auf einem Kreuzfahrtschiff, das in Penang liegt, Crupier sei und lud mich ein, mit ihm Black Jack zu spielen. Er schlug mir dann vor, einige Tricks und Kommunikationsregeln zu lernen, mit denen wir beide zusammen auf dem Schiff reiche Araber ueber den Tisch ziehen koennten. Ich lernte also die einfachen Regeln des Betrugs. Er erklaerte mir dann, dass eine chinesische Geschaeftsfrau gestern bei ihm zu Hause 50.000 Dollar bei einem chinesischen Kartenspiel gegen einige andere Frauen gewonnen haette, ihm als Gastgeber aber nicht die versprochenen 10% sondern lediglich 200 Dollar gegeben haette. Wie der Zufall dann halt so will, wuerde diese Dame in einer halben Stunde hier erscheinen, um mit ihm wegzufahren. Unser Plan, der auch als Test fuer meine Tauglichkeit fuers Schiffskasino dienen sollte, war nun, die Dame zu einem Black Jack Spiel zu ueberreden und sie um einen Teil der geprellten Summe zu erleichtern. Die chinesische Geschaeftsfrau, die ploetzlich aus Brunei kam (kleiner Fehler, den ich hoeflich uebersah), stieg natuerlich sofort ein. Wir begannen mit den 200 USD, die Anton mir vorher gegeben hatte. Es lief alles nach Plan und nach einer Weile liess sich die Frau weitere 5.000 USD in Chips wechseln. Um im Spiel zu bleiben, musste ich 100 USD von meinem eigenen Geld dazu tun, sowie ein paar hundert Dollar von Anton leihen. Als mir nach der Kaffeefrage wie abgesprochen einfiel, dass ich noch einen Termin habe, einigten wir uns darauf, dass dies das letzte Spiel sei. Ploetzlich liess sich die Frau Chips fuer einen grossen Stapel Geld, angeblich 40.000 USD, wechseln und setzte diese komplett. Erst jetzt verstand ich den Sinn des Spiels, da die Frau natuerlich nicht aufdecken wollte, bevor nicht auch von meiner Seite der Gegenwert auf dem Tisch laege. Wir vertagten das Spiel um 2 Stunden und die Frau verschwand. Mehr oder weniger geschickt hatten wir jetzt also eine Situation kreiert, in der man nur weitere 30.000 USD vorlegen muesste, um dann aufzudecken, zu gewinnen, das Geld zurueck zu bekomen und 20.000 Dollar fuer mich sowie 20.000 Dollar fuer Anton zu gewinnen. Anton konnte soviel Geld in der Kuerze der Zeit jedoch nicht auftreiben und fragte, mit wieviel ich denn kurzfristig aushelfen koenne, um das Spiel nicht zu verlieren, da wir nicht wuerden mitgehen koennen. Ich musste nichtmal besonders unehrlich sein, um ihm den Betrag von 13 USD zu nennen. Ich erklaerte, dass ich von den 100 Dollar, die ich gerade gegeben hatte, bis zum Monatsende auskommen muesse, um dann weitere 500 Dollar zu bekommen, mit denen ich allerdings wiederum einen Monat auskommen muesste. In einer Mischung aus Mitleid und Resignation gab er mir meine 100 Dollar zurueck und liess mich von seinem Sohn ins Zentrum zurueckfahren, versprach jedoch, mich im Hotel anzurufen, wenn er das Geld aufgetrieben haette um dann aufzudecken und den Gewinn zu teilen. Leider lehnte ich zuvor das Angebot zum Mittagessen ab, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, welchen Sinn diese Aktion hat und mir das daher zu gefaehrlich war. So hatte ich lediglich einen Tee und etwas Spass.

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