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16.10.2004: (Saigon (Vietnam)) "Reisetagebuch - 16.10.2004"    [geschrieben von AlexSapp]

Um mehr von der Stadt zu sehen, ging ich heute morgen zu Fuss nach Cholon, in das chinesische Stadtviertel. Obwohl es nicht sehr warm war, geriet man schnell ins Schwitzen, da die Luft hier wieder sehr feucht ist. Cholon bedeutet uebrigens nicht Chinatown, sondern etwas wie grosser Marktplatz und ist somit ein Anhaltspunkt dafuer, welch wichtige Rolle die Chinesen im vietnamesischen Handelswesen immer schon gespielt haben. Mehr noch als in anderen Teilen der Stadt sind dann konsequenter Weise auch nicht nur kleine Nahrungsmittelstaende in den Untergeschossen aller Gebaeude ansaesig, sondern Geschaefte, die Elektronik oder Textilien oder Schmuck oder die in sozialistischen Laendern unverzichtbaren Stempel und Siegel herstellen und verkaufen.

Ich besuchte noch 2 chinesische Pagoden, die sehr beeindruckend waren. Hinsichtlich Ausschmueckung und Gepflegtheit uebertrafen sie alles, was man in China an religioesen Staetten noch finden kann und machen den Tempeln in Luang Prabang oder Bangkok ernsthafte Konkurrenz. Typisch vietnamesisch allerdings waren die Motorraeder, die entweder im Vorhof oder aber direkt im ersten Raum der Pagode in Reih und Glied abgestellt waren.



Ich besuchte danach die riesige Markthalle des Viertels, in der man Alles kaufen kann, was der Vietnamese oder der in Vietnam lebende Chinese so isst, trinkt, traegt, benutzt, ge- oder verbraucht. Fuer den Rueckweg nahm ich nicht den guenstigen Bus, sondern liess mir den Spass nicht nehmen, dem Saigoner Verkehr vom Vordersitz eines Cyclos aus zu begegnen. Der Fahrer nahm den kuerzesten Weg, der allerdings zu 90% aus Strassen besteht, die eigentlich fuer Cyclos gesperrt sind. Das stoerte ihn aber ebenso wenig, wie rote Ampeln, rechts vor links Kreuzungen oder das theoretisch bestehende Rechtsfahrgebot.



Im eigentlichen Zentrum sah ich mir dann den Cong Vien Van Hoa Park an, der eigentlich eine Oase der Ruhe sein sollte, sich aber wegen des kuerzlichen ASEAN Gipfels in Vietnam, den auch unser Bundeskanzler besucht hatte, zu einem riesigen Messepark mit Ausstellern aus allen 38 ASEAN Laendern (die 25 EU Staaten, die 10 Staaten Suedostasiens, China, Japan und Suedkorea) verwandelt hatte.



Daran an schliesst sich der Wiedervereinigungspalast, in dem der letzte Praesident Suedvietnams 1975 die Macht an die Kommunisten um Ho Chi Minh uebergeben musste. In typisch sozialistischer Neutralitaet versucht ein zum Teil wirklich lustiges Video die juengere Geschichte des Landes und die Verbindung mit diesem Gebaeude darzustellen. In den bombensicheren Untergeschossen kann man auch noch das ehemalige suedvietnamesische Hauptquartier des Krieges sehen, sowie einige abenteuerlich aussehende Kommunikationsinstrumente.



Morgen fliege ich nach Kuala Lumpur, womit mein Aufenthalt in Vietnam endet. Vietnam ist ein landschaftlich sehr schoenes Land, das aehnlich wie Thailand viel Kultur, fuer Trekking praedistinierte Huegel- und Berglandschaften und sehr schoene Straende bietet.



Leider ist es auch hier so, dass der Massentourismus Einzug gehalten hat. Anders als in Thailand ist es jedoch recht kompliziert und zudem nicht gerade guenstig, diesem vorgefertigten Angebot zu entfliehen.



Das sog. Open Ticket ist mit unter 20 Euro die mit Abstand guenstigste Reisemoeglichkeit. Leider kann man nur in 7 oder 8 verschiedenen Staedten aussteigen, und das sind natuerlich auch wieder touristisch sehr entwickelte Orte. Will man einen Ausflug in die Halong Bucht oestlich von Hanoi oder das Mekong Delta suedlich von Saigon unternehmen, ist es guenstiger eine Tour zu buchen, als alles selbst zu organisieren. Das erspart einem dann auch fuer jede Leistung das lange Feilschen um einen realistischen Preis.



Denn das ist unerlaesslich, wenn man nicht restlos abgezockt werden will. Ich habe z.B. in Hanoi fuer mein erstes Baguette 5000 Dong bezahlt, das zweite bekam ich fuer 3000, bevor ich dann herausbekam, dass der Normalpreis 1000 Dong ist. Aehnlich erging es mir am Strand von Hoi An, wo ich am ersten Tag einen viel zu hohen Preis fuer das Abstellen meines Fahrrads gezahlt habe. Zwar erklaert die Stadt auf einem grossen Hinweisschild, dass Fahrraeder dort abgestellt werden muessen und warum, was das kostet, steht aber nirgendwo, so dass den Mitarbeitern Tuer und Tor fuer Fantasiepreise geoeffnet sind. Begleitet wird die Abzocke dann immer mit dem typischen "same-same", was soviel bedeutet, wie dass alle diesen Preis zahlen muessen.



Gelingt es dann jedoch, die Pfade des Massentourismus zu verlassen, was ich in Da Lat auf dem Motorrad und in Saigon in weiten Teilen Cholons geschafft habe, so trifft man auf Menschen, die sich freuen, etwas Fremdes zu sehen und einem auch gleich die richtigen verdammt guenstigen Verkaufspreise fuer Strassenessen, Getraenke oder Kleidung nennen.



Obwohl die vietnamesische Gesetzgebung auslaendischen Investoren so hohe Huerden auferlegen, dass es in Vietnam weder McDonalds noch Seven Eleven oder Carrefour gibt, scheint sich etwas zu bewegen, da ich in Saigon einen Metro C+C Markt sowie 3 sehr neu wirkende Filialen von KFC gesehen habe. Vielleicht oeffnet sich Vietnam im Rahmen der ASEAN Mitgliedschaft ja noch weiter und folgt damit dem grossen Bruder China in die kapitalistische, globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts.

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