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25.12.2006: (Gokarna (Indien)) "Weihnachten auf indisch"    [geschrieben von NoSt]

Erst mal wuensche ich Euch allen Frohe Weihnachten. Wir sind mittlerweile am indischen Ozean in Gokarna- suedlich von Goa angekommen. Vorher mussten wir jedoch den Weg von Bangalore hierher hinter uns bringen, was ein ganz besonderes Erlebnis war.

In Bangalore hatten wir die letzten drei Plaetze in einem der Ueberlandbusse ergattert. Weihnachten ist uch fuer Inder eine gute Gelegenheit, den Urlaub zu verbringen, da hier der Weihnachtstag ein Feiertag ist und nach de Ende der Monsunzeit das Wetter am guenstigsten ist. Wir haben gefuehlte 30 Grad und es ist trocken (der Dezember soll der kuehlste Monat im Jahr sein).

Die erste Aufregung unserer Tour war Weg zum Busbahnhof. Wir hatten den innerstaedtischen Verkehr etwas ueberschaetzt und nur eine halbe Stunde eingeplant. Leider wurde es etwas laenger, weshalb wir 8 Minuten vor Abfahrt an dem groessten und vollsten Busbahnhof, den ich je gesehen habe, ankamen. Wir mussten natuerlich zu Plattform 1 und kamen bei Plattform 25 an...also kaempften wir uns durch die dichtgedraengte Menschenmenge - vermutlich waren wir die einizen weissen unter ein paar Tausend Indern. Gerade noch rechtzeitig haben wir dann unseren Bus gefunden, wo man schon auf uns gewartet hatte.

Der Bus war mindestens 20-30 Jahre alt, ziemlich staubig und - natuerlich - voellig ueberfuellt. Also schoben wir uns auf unsere Plaetze in der letzten Reihe, verstauten unser Gepaeck unter dem Sitz und harrten der Dinge, die da kaemen. Was kam war eine Lektion, warum die letzte Reihe in einem Bus auch 'Wippe' genannt wird. So wippten wir fuer ca. 12 Stunden ueber zum Teil aeusserst holprige Strassen mit dem meist vergeblichen Versuch, Schlaf zu finden. Ich muss sagen, ich war aesserst froh, dass wir ueber Nacht gefahren sind, da so die z.T. haarigen Ueberholmanoever etwas weniger intensiv mitzuerleben waren... Praktisch auch, dass Inder von eher schmaler Natur sind. Satin (mein indischer Sitznachbar und Angesteller der Boerse von Bangalore, nebenbei ein sehr sympatischer Kerl) kam mir so zwar nahe, aber zu intim wurde es dann doch nicht...

Nach besagten 12 Stunden und einigen wenigen Stops zwischendurch kamen wir dann schliesslich am Ziel an. Natuerlich waren wir ziemlich fertig und haben uns von einem netten Rikscha-Fahrer, von Hotel zo Hotel fahren lassen, bis wir uns schliesslich im Nimu-Haus mit Balkon und Blick auf den Ozean niederliessen.

Hier in Gokarna ist es im Gegensatz zu Bangalore richtig heiss (in etwa vergleichbar mit Suedeuropa im Sommer), aber auch
deutlich touristischer. Wir haben zwar ein nettes Dachterassen-Cafe gleich nebenan, dort trifft man aber ausser dem Inhaber und dem Personal (seiner Familie) nur westliche Touris...genau wie in unserem Hotel, dass fuer 1000 Rupien (~20EUR) nicht gerade billig, aber sehr nett unter Palmen und mit Blick auf den Ozean fuer die Inder wohl auch nicht erschwinglich ist. Der Ort selber ist auch ein indischer Touri- uor allem Pilger-Ort und wohl ziemlich alt. Mir gefaellt er auch wegen seiner vergleichsweise grossen Ruhe und Gelassenheit sehr gut. Genau das richtige nach dem hektischen Bangalore.

Weihnachten haben wir hier auch gefeiert. Wir waren gestern
abend zum Christmas-Diner in einem ziemlich schicken Beach-Resort (OM-Beach inkl. Pool, Aryuveda-Behandlung, mehrzimmriger Suite mit open-air Badezimmer - also Luxus pur). Dort kostet eine Nacht 375USD! Das Essen war mit 15 EUR dagegen eigentlich noch OK, aber umso schoener. Es gab am Strand feierlich gedeckte Tische und ein 5-Gaenge-Menu. Ueberhaupt war die Anlage zwar reichlich elitaer, aber fuer Weihnachten ehrlich gesagt nicht so schlecht. Etwas albern waren die Hippies die zum Essen eher schlecht als recht Lagerfeuermusik gemacht haben und auch die gross angekuendigte Body-Painting-Session lag eher auf Kindergeburtstagsniveau, aber lustig wars trotzdem.

Hoehepunkt des Abends war der Besuch von Santa Claus, der flankiert von
spaerlich bekleideten Indern im Ureinwohnerdress am Strand mit dem Boot
ankam (und sch spaeter als die Hotelmanagerin herausstellte). Danach wurde er mit lustigem Rumhuepfen und (ziemlich schraegem)
JingleBellsgesang der Hotel-Angestellten begruesst. Das war doch maechtig
komisch. Immerhin bekam jeder Tisch ein Geschenk und ein paar Suessigkeiten.

Ausnahmsweise gab es gar Wein (eigentlich serviert das Resort keinen Alkohol). Der indische Wein kann meines Erachtes allerdings nicht mit dem mithalten was wir gewohnt sind.

Alles in Allem ein schoenes Weihnachtsfest. Naechstes Jahr aber wieder in der Kaelte, denn echte Weihnachtsstimmung kommt so natuerlich nicht auf.

Viele Gruesse,
Norbert

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