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26.04.2005: (Lusaka (Zambia)) "Reisetagebuch - 26.04.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Zwei Gruende machen eine grosse Stadt hier in Zambia afrikanischer als solche in Suedafrika und Namibia. Zum Einen ist Zambia ein deutlich weniger entwickeltes Land als die beiden vorgenannten. Zum Zweiten gab es zwar auch in Zambia Kolonisation, ein Apartheit System hat es hier jedoch nie gegeben. Und somit ist die gesamte Infrastruktur der schwarzen Bevoelkerung auch im Stadtzentrum zu finden und nicht nur in den entfernteren Townships. Lusaka ist daher die erste Stadt, in der ich wieder preiswerte Essensstaende an den Strassenecken und echt spannande Maerkte vorfinde. Etwas uebertrieben koennte man sogar sagen, "Endlich bin ich in Afrika angekommen".

Ich genoss den ganzen Tag diese nicht wirklich schoene jedoch hoch interessante Stadt. Auf dem Weg ins Stadtzentrum, welches sich um die breite Cairo Road zwischen noerdlichem und suedlichem Roundabout befindet, kam ich am Tazara House vorbei, wo man die Zugtickets fuer den Tazara Railway Zug kaufen kann, der von Capiri Mposhi, ca. 200 Kilometer noerdlich von hier, bis nach Dar es Salam in Tanzania fahren kann. Da ich es aber nicht so eilig habe, an die Kueste zu kommen, fahre ich am Freitag erstmal bis nach Mbeya, das kurz hinter der Grenze liegt und wo man einige sehr schoene Wanderungen unternehmen koennen soll.



Dann ging ich die gesamte Cairo Road hinauf bis zum noerdlichen Kreisverkehr. An dieser Strasse gibt es viele Banken, Wechselstuben, Internetcafes, Frisoersalons und weitere Geschaefte. Da mich meine Haare schon seit einiger Zeit zu nerven begannen, besuchte ich einen Frisoer, der seine Maschine auf 13 Millimeter einstellte und mit meinen Haaren kurzen Prozess machte. Jede andere Frisur waere ohnehin unmoeglich gewesen, da den Leuten hier mangels Weissen die Kenntnis fehlt, wie man Haare mit einer Schere schneidet. Ich habe auch keine Scheren gesehen.



Am noerdlichen Ende der Cairo Road setzte ich mich dann ein paar Minuten in eine Tankstelle um etwas kaltes zu trinken. Eine Mitarbeiterin, die gerade in fuer Afrika typischem Tempo Regale auffuellte, setzte sich zu mir und unterhielt sich mit mir, bis ich wieder weiter zog. Sie gab mir ihre emailadresse und haette mir auch gerne noch etwas von der Stadt gezeigt, doch muss sie die naechsten Tage arbeiten, bzw. zumindest in der Tankstelle anwesend sein und am Wochenende bin ich bereits in Tanzania.



Danach war ich bereit fuer den Town Center Market. Dieser Markt ist sehr gross, mit kleinen dunklen Wegen, die an den unzaehligen Staenden vorbei fuehren, an denen man von Heimwerkerartikeln ueber Textilien, CDs und DVDs bis hin zu Lebensmitteln Alles kaufen kann, was man zum Leben braucht. Es gibt dort auch kleine Essensstaende und sehr interessante Restaurants, von denen ich eines ausprobierte. 3.000 Kwacha sind umgerechnet 54 EUR Cent, fuer die ich eine komplette Mahlzeit bekam. Diese bestand zwar hauptsaechlich aus Pap, dem Kartoffelbrei-aehnlichen Sattmacher, doch das Stueck Huhn und die Sauce sowie das bisschen Salat dazu machten es zu einem leckeren Essvergnuegen. Und die Leute um mich herum waren erstaunt, wie schnell ich von ihnen gelernt hatte, das Pap in der rechten Hand zu einer Kugel zu rollen, dann in die Sauce zu tunken und schliesslich noch etwas Salat zu greifen und das Ganze zum Mund zu fuehren.



Im Shoprite kaufte ich dann fuer die naechsten 2 Tage Fruehstuecksutensilien, die ich natuerlich erst zum Hostel zurueck bringen musste, bevor ich zum Nationalmuseum auf der Independence Avenue ging. Das Museum soll das beste in Zambia sein, weshalb ich auch nachtraeglich nicht bereue, jenes in Livingstone verpasst zu haben. Immerhin konnte ich etwas ueber die Geschichte des Landes lernen und die Ausstellung mit typischen Musikinstrumenten war nicht so schlecht. Zudem konnte ich unweit des Museums ein Foto von der Freiheitsstatue machen, die nach der Unabhaengigkeit hier aufgestellt wurde.



Noch bevor ich wieder ueber die Eisenbahnbruecke auf die Cairo Road kam um ein Internetcafe zu besuchen, entdeckte ich den Kamwala Market, einen grossen Freiluftmarkt, auf dem neben den ueblichen Dingen hauptsaechlich Moebel verkauft werden. Wie so oft hier in Zambia wurde ich auch auf dem Markt oft von Fremden angesprochen, die sich einfach mit mir unterhalten wollten, ohne ernsthaft zu glauben, dass sie mir ein grosses Bett oder ein bequemes Sofa verkaufen koennten. Ich machte ein paar Fotos von dem bunten Treiben, was meist auf freundliche Reaktionen, nur einmal auf wenig Begeisterung stiess.



Als ich nach der Internetsession wieder ueber die von der Cairo Road abgesehen unbeleuchteten Strassen zurueck zum Hostel gelaufen war, sass ich noch eine Weile in der Lounge und hoerte Musik. Nachdem ich mich mit allerlei Kleingetier darauf verstaendigt hatte, dass das Bett mein privater Bereich sei, sie aber bis zum morgen in meinen Schuhen herumkrabbeln duerften, schlief ich friedlich ein.

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