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27.03.2005: (Knysna (Südafrika)) "Reisetagebuch - 27.03.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Nachdem ich heute morgen gefruehstueckt hatte was ich mir gestern Nachmittag noch gekauft hatte, wanderte ich recht frueh los zu einem der beiden Knysna Heads, wie die beiden hohen Klippen heissen, die den Zugang vom Meer zur Lagune begrenzen. Unten am oestlichen Head gibt es ein teures Restaurant und von dort hat man bereits eine recht gute Sicht auf die Lagune und das Meer. Natuerlich ist die Sicht aber von Oben besser, was ich nach 20 minuetigem Aufstieg geniessen konnte.

Da ich nun schon am Meer war, beschloss ich, moeglichst nah an der Kueste entlang einen Weg zum Noetzie Beach zu suchen, anstatt die 5 Kilometer zurueck zu laufen, die Hauptstrasse entlang 6 Kilometer nach Osten und dann wieder ans Meer vor zu laufen. Doch was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis gar nicht mehr so leicht. Mein Weg wurde durch die hohen Berge, durch weite Felder mit hohen Graesern, durch teils sogar elektrisch gesicherte Zaeune, den riesigen Golfplatz und nicht zuletzt durch tiefe Schluchten erschwert, die mich immer wieder zwangen, weit ins Landesinnere zu gehen, um diese dort zu ueberbruecken.



Auf dem Weg liefen mir Strausse ueber den Weg, auf deren Weide ich unterwegs war, ich musste Golfkarts ausweichen, dessen Fahrer sich mit sichtlich verunsicherter Miene fragten, was ich zu Fuss mit einem Rucksack in diesem Golfresort mache und ich konnte langen Wegen folgen, die sich durch ein bereits erschlossenes, doch bislang noch unbebautes aber gut eingezaeuntes exklusives Neubaugebiet schlaengelten. Die abgesteckten Parzellen waren zwischen 7.500 und 15.000 Quadratmeter gross und auch an der ersten Villa, die dort entstand, konnte ich sehen, dass man hier viel Kleingeld braucht, wenn man sein Haus an diesem Kuestenstueck bauen moechte.



Nach scheinbar endlosen 4 Stunden Lauferei, wobei ich viel auf und ab zurueckzulegen hatte, kam ich etwas erschoepft am Noetzie Beach an. Der Strand ist nicht riesig, aber sehr sympathisch mit einigen Burgen, die direkt am Strand an den bewaldeten Klippen stehen. Obwohl diese Burgen, die bewusst so gebaut sind, dass sie aussehen wie europaeische Burgen aus dem Mittelalter, irgendwie nicht in die Umgebung passen, sind sie doch sehr nett anzusehen und der Strand ist so weit abgelegen, dass nicht viele den Schotterweg hinunter fahren um dort zu baden.



Ich blieb nur gute 20 Minuten dort um ein paar Fotos zu machen und meine Fuesse im Indischen Ozean zu baden. Zurueck ging ich ueber die Strasse, die ab der Hauptstrasse N2 nur ein befestigter Weg ist, der sich fuer mich anfuehlte, als ginge er nie zu Ende. Zumal man auf diesem Weg auch den Berg hinauf geht, um ihn dann auf der N2 wieder hinunterzugehen, bis man nach 12 Kilometern wieder am Ortsschild von Knysna ankommt. Auf diesem Weg konnte man gut sehen, dass am Vorabend sowohl die Suedafrikanerin recht hatte, die sagte, dass das Suedafrika in dem sie lebe, nicht anders sei als die USA oder andere Industriestaaten, als auch die Neuseelaenderin, die das Land in die Kategorie Dritte Welt einstufte.



Nachdem ich also auf dem Hinweg viel von Knysna gesehen hatte, inklusive der beiden kleinen gepflegten Inseln in der Lagune, die Villen auf dem Knysna Head, den noch protzigeren Villen auf dem grossen Terrain des Golfplatzes und das exklusive Neubaugebiet, welches mit elektrisch geladenen Stacheldrahtzaeunen gesichert ist, konnte ich auf dem Rueckweg die Kehrseite der Suedafrikanischen Goldmedaille sehen (RSA ist der mit Abstand groesste Goldproduzent der Welt und dies daher ein geniales Wortspiel, zumal der Reichtum vieler Weissen auf der Ausbeutung der Schwarzen in der Apartheitaera beruht).



An der Stelle, wo der Schotterweg auf die Hauptstrasse trifft, befindet sich das Zentrum des vermutlich aermsten Townships der Umgebung. Die Behausungen sind hier halb zerfallene Bretterverschlaege, ohne Wasserver- oder -entsorgung, wo nur matschige Wege zu den einzelnen Heimen fuehren und ueber jeder wackeligen Wand loechrige Kleidungsstuecke im Wind zum Trocknen haengen. Nicht ganz zufaellig befindet sich dies Township nicht etwas ausserhalb, sondern ganze 6 Kilometer vom Ortsschild entfernt, damit die Rassentrennung waehrend der Apartheit gewaehrleistet war, was aber auch heute nicht viel anders ist. Nur dass die schwarze Bevoelkerung frueher per Gesetz nicht im Ort wohnen durfte, waehrend es sich heute einfach nur nahezu niemand leisten kann.

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