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02.03.2005: (Merida (Venezuela)) "Reisetagebuch - 02.03.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Ich sollte das Schlafen tagsueber einstellen. Da ich gestern morgen ein paar Stunden geschlafen hatte, war ich Abends nicht muede und schlief erst um 1 oder 2 Uhr morgens ein. Ich war daher nicht willens, um 6.25 Uhr aufzustehen und zum Teleferico zu gehen. Das war allerdings nicht schlimm, da es zwar nicht regnete, das Wetter aber den ganzen Tag nicht wirklich klar, doch zumindest streckenweise gut genug war, um eine ausreichende Sicht zu haben.

Nach dem Auschecken und dem Fruehstueck war es somit gegen 9 Uhr, als ich das 13 EUR teure Ticket fuer die ersten 3 der 4 Stufen kaufte. Mit 2 mal Umsteigen auf 2.436 und 3.452 Metern fuhr ich also von der Talstation, die in Merida auf 1.577 Metern ueber dem Meer liegt, zur Station Loma Redonda auf 4045 Metern. Auch wenn zwischendurch immer wieder staerkere Nebelfelder aufzogen, war es nicht stark bewoelkt und man konnte schoene Bilder vom 2,5 Kilometer tiefer liegenden Merida machen.



Die letzte Etappe auf den Pico Espejo, von wo aus man dann auf den 5.007 Meter hohen Pico Bolivar laufen kann, konnten wir nicht zuruecklegen, da dieser Seilbahnabschnitt wegen Wartungsarbeiten geschlossen war. Ich beschloss daher, die 4 Stunden Zeit zwischen der Ankunft um 10 Uhr und der letzten Abfahrt um 14 Uhr zu nutzen, um einen der Gipfel der Umgebung der Station Loma Redonda zu erklimmen.



Ich kann nicht sagen, wie hoch der Berg genau ist oder wie er heisst, doch konnte ich erkennen, dass die Bergstation Pico Espejo auf aehnlicher Hoehe liegt, so dass ich vermute, nach 2 Stunden steilen bergauf kletterns auf ungefaehr 4.750 Metern angekommen zu sein, wo die Luft auch bereits recht duenn wurde. Die Bergstation, an der ich ausgestiegen war, wirkte jedenfalls von dort oben schon sehr klein. Da man schneller runter als hinauf klettern kann, war ich auch ueberpuenktlich wieder an der Station.



Da aber inzwischen eine grosse und wirklich dichte Nebelbank aufgezogen war, nutzte mir das garnichts, da man aus Sicherheitsgruenden wartete. Die Fahrt von Oben auf die naechsttiefere Station wurde nach 45 Minuten Wartezeit dann doch noch angetreten, doch dauerte diese anstatt der angegebenen 11:30 Minuten fast 50 Minuten, da die Gondel sicherheitshalber sehr langsam fuhr und wir auch noch fuer 15 Minuten unterwegs stehen blieben.



Die Sicht war zu der Zeit so bescheiden, dass ich mir die Zeit damit vertrieb, die letzten Postkarten aus Suedamerika zu schreiben. Die beiden unteren Wegstrecken konnten danach im Normaltempo zurueckgelegt werden, so dass es ungefaehr 16 Uhr war, als ich wieder in Merida ankam. Ich suchte mir ein kleines Restaurant, da ich ausser einem kleinen Fruehstueck nichts gegessen hatte und die Wanderung auf den Gipfel doch anstrengend war. Nach einem nicht ueberragenden aber dennoch saettigenden Essen trank ich noch einen Kaffee am Plaza Bolivar, wobei der kleine Kaffee hier nicht mehr Tinto heisst, sondern Negro.



Wie befuerchtet war mein Geld jedoch inzwischen zu wenig geworden, um den Bus nach Caracas zu bezahlen, so dass ich wieder einen Geldautomaten aufsuchen musste. Auch hier in Merida ist die Dichte an Geldautomaten im Innenstadtbereich recht gross. Trotzdem dauerte es wiederum fast 2 Stunden, bis ich an Geldautomat Nr. 12, von denen immerhin 7 funktionierten, 6 davon mir jedoch kein Geld geben wollten, obwohl an ihnen ein grosses VISA Schild prangerte, bis ich endlich die Innenstadt nochmals erkundet und einen geldgebenden Automaten gefunden hatte. Dieser hatte sogar keine Einschraenkung des Betrages auf 150.000 Bolivares, so dass ich mit dem gezogenen Geld bis zum Ende meines Aufentalts auf dem amerikanischen Kontinenten auskommen muesste.



Ich holte mein Gepaeck aus dem Hotel und ging, ohne mich unsicher zu fuehlen oder fuehlen zu muessen, im Dunkeln zu der Strassenecke, wo die Stadtbusse zum Terminal abfahren. Dort kaufte ich ein ueberraschend preiswertes Ticket nach Caracas, sodass ich sogar mit meinem noch uebrigen Geld ausgekommen waere.



Dann haette ich jedoch in Caracas vermutlich das gleiche Spiel gehabt und da die Stadt als unsicherste des Landes gilt, bin ich froh, nun mein Geld zu haben. Als ich in den Bus einstieg, erkannte ich auch schlagartig den Grund fuer den niedrigen Preis. Immerhin muss ich mir in diesem Bus keine Sorgen machen, von einer Klimaanlage schockgefrostet zu werden. Und selbst wenn es einer der schlechtesten Ueberlandbusse ist, mit denen ich in Suedamerika gefahren bin, reicht dieser Standard eigentlich aus und ist dabei um Laengen besser als vieles, was mich in Indien, Nepal oder Indonesien transportiert hat.

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