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20.12.2004: (Valparaiso (Chile)) "Reisetagebuch - 20.12.2004"    [geschrieben von AlexSapp]

Nach einem weiteren sehr schoenen Tag in Valparaiso sitzen wir im Bus nach Mendoza, der sich den Weg auf den Andenpass hinaufkaempft. Es ist gegen Mitternacht und daher kann man von der atemberaubenden Gebirgslandschaft nur recht wenig sehen, obgleich der Mond und der wolkenlose Himmel ihr Bestes geben, um die gigantischen Felsen sichtbar zu machen. Wir fahren nun schon eine ganze Weile bergauf, teils ueber Serpentienen, teils ueber nicht minder steile Strassen, die sich ihren Weg um die Berge herum bahnen.

Der Tag begann nach dem heftigen gestrigen Abend erwartungsgemaess spaet. Erst um 13 Uhr waren wir so weit, das wir auschecken und unser Gepaeck zum Busbahnhof bringen konnten. In einem benachbarten Park assen wir dann unser aus Kakau und sehr trockenen Broetchen mit einer Scheibe Wurst bestehendes Fruehstueck. Dort trafen wir auch einen Franzosen, der in Cordoba studiert und gerade 2 vorlesungsfreie Monate fuer eine Suedamerikarundreise nutzt und darum bat, sich uns heute anschliessen zu duerfen.



Wir fuhren zum Plaza Sotomajor, von dem aus wir noch weiter nach Westen liefen, bis wir den Plaza Aduana erreichten, wo der ascensor Artilleria hinauf zum Marinemuseum und den Souvenorstaenden des Cerro Artilleria fuehrt. Von der dortigen Aussichtsplattform hat man eine grandiose Sicht auf Valparaisos Hafen und die oestlichen Stadtteile bis nach Vina del Mar.



Da Mathew fliessend spanisch spricht, fragte er einfach hier und da nach, was sonst noch sehenswert sei und erkundigte sich auch direkt nach der besten Moeglichkeit, dort hin zu gelangen. So gingen wir zum Plaza Hanibal Pinto und fuhren von da mit einem Bus nach Cerro Alegre, einem der hoechten Berge der Stadt. Obwohl dies eine eher arme Wohngegend ist, sind die Ausblicke vom Cerro Alegre erstklassig. Von der Bushaltestelle gingen wir weiter bergauf, einige Stufen einer steilen Treppe die uns in ein fuer Autos unzugaengliches Wohngebiet fuehrten, wo das Leben einen sehr gemuetlichen Gang zu gehen schien.



Als sich Mathew von uns verabschiedete, machten wir uns ganz langsam auf den Weg gen Westen, zum Busbahnhof. Wir machten dabei einen Stopp zum Essen, einen weiteren am Plaza Victoria um im Playground zu kickern und schliesslich hatten wir einen letzten laengeren Aufenthalt in einer Pool Billiard Halle, wo wir auf sehr grossen Tischen unsere bescheidenen Faehigkeiten preisgeben mussten und in der einen Stunde nicht mehr als ein Spiel beenden konnten.



Dazwischen sahen wir uns noch einige Maerkte der Stadt an, die wir zwar bereits kannten, doch am heutigen Montag war in der gesamten Stadt so viel mehr los, dass man sie fast nicht wiedererkennen konnte. Kaum ein Gehweg in El Plan war nicht verstopft und besonders die Weihnachtskartenverkaeufer schienen so zahlreich, dass man vermuten muesste, dass jeder Einwohner der Stadt mindestens seiner kompletten Grossfamilie je eine Karte zukommen lassen muss, damit sich der Verkauf lohnt.





Noch ein paar hunder Hoehenmeter und wir sind an der Grenze. Dann lasse ich auch Chile hinter mir. Ein schon auf den ersten Blick auf eine Landkarte interessant aussehendes Land. Von der Suedspitze Feuerlands erstreckt es sich ueber 4300 Kilometer einen schmalen Streifen zwischen Pazifischem Ozean und den Anden entlang bis nach Atacama, der trockensten Wueste der Welt im schon in tropischen Gefilden liegenden Norden des Landes. Und somit ist die Natur natuerlich das interessanteste an diesem Land.



Einige der ueberwaeltigensten Nationalparks Suedamerikas, von den Anden, die man sehr schoen von dessen Vorlaeufern in Santiago aus bestaunen kann, ganz zu schweigen. Die Seenlandschaft um Puerto Montt und die suedlich davon gelegenen Fjorde habe ich zwar nur aus dem Flugzeug gesehen, auch der Anblick war jedoch schon sensationell. Und die Magellanstrasse in Punta Arenas sowie die Seen in und um Puerto Natales geben schon einen guten Vorgeschmack.



Mit Punta Arenas, Puerto Natales und dem Nationalpark Torres del Paine, Porvenir auf Feuerland, der Osterinsel sowie den beiden lebhaften Grossstaedten Santiago und Valparaiso habe ich viel gesehen und es war grossartig. Torres del Paine ist wunderschoen und bei besserem Wetter und mehr Zeit sicher grandios, Feuerland ist ein Gebiet, in dem sich eigentlich nur Schafe wohlfuehlen koennen, da es nicht nur sehr abgelegen ist, sondern auch klimatisch nicht unbedingt die besten Voraussetzungen fuer Besiedlung bietet. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung, das verschlafene Porvenir gesehen zu haben.



Auf Rapa Nui, der Osterinsel kann man im 21. Jahrhundert nur noch vom Tourismus leben, bei den dortigen, westeuropaeisches Niveau erreichenden Preisen allerdings wohl sehr gut. Zumal der Insel mit den Moai ein kulturhistorisches Erbe geschenkt wurde, das diesen abgelegenen Ort nicht nur fuer Weltreisende mit entsprechendem Oneworld Ticket, sondern auch fuer den organisierten Tourismus interessant macht.



Nicht nur die kleinen Orte, sondern auch Santiago und, soweit wegen der schwierigen Topographie realisierbar auch Valparaiso haben dabei eine Gemeinsamkeit, die auch andere Staedte Suedamerikas aufweisen. Die Spanier haben ueberall sehr konsequent das Schachbrettmuster umgesetzt, was die Orientierung erleichtert, sofern man nicht mit einem Auto auf den zu 80% nur in eine Richtung befahrbaren Strassen unterwegs ist. Schoen ist, dass aber dabei beachtet wurde, immer mal wieder einen Block als Plaza oder Parque unbebaut zu lassen, wodurch es in jeder der Staedte attraktive Parks und Marktplaetze gibt, die nicht selten Plaza de Armas heissen und die Mitte des Stadtzentrums bilden.



Die Lebensweise der Menschen hier ist auch sonst sehr suedeuropaeisch gepraegt. Viel gesellschaftliches Leben spielt sich auf der Strasse ab, man isst oft ausserhalb, allerdings in Cafes und Restaurants und nicht wie in Asien an Strassenstaenden. Und es ist verhaeltnissmaessig sauber auf den Strassen.



Der Tourismus ist in Chile gut entwickelt, so dass man kein Problem hat auch in den kleineren Staedten Unterkuenfte aller Preiskategorien zu finden. Zwar spricht man verstaendlicher Weise auf einem Halbkontinent, auf dem man nunmal mit einer Sprache und dem recht aehnlichen Portugiesisch klar kommt, sehr wenig Englisch, aber man ist immer in der Lage, sich mit den Menschen zu verstaendigen, wenn man sich auch ohne Spanisch auf das Notwendigste beschraenken muss.



Preislich kann man Chile irgendwo zwischen Australien und China einordnen. Es ist fuer den normalen Nord- oder Westeuropaeer recht guenstig, wenn man aber Suedostasien und den indischen Subkontinent kennt ist es eher teuer. Ohne das bislang selbst erfahren zu haben ist Chile in Suedamerika auch eines der wenn nicht gar das teuerste Land. Aber das muss sich erst noch herausstellen.

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