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09.04.2005: (Windhoek (Namibia)) "Reisetagebuch - 09.04.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Um 7 Uhr bin ich heute morgen am Bahnhof von Windhoek angekommen. Die Nacht war etwas weniger bequem als sie haette sein koennen, da ich erst gegen 3 Uhr morgens meinen Schlafsack ausgepackt habe um es gemuetlich warm zu haben. Danach habe ich dann recht gut schlafen koennen.

Vom Bahnhof aus kann man fusslaeufig mehrere Backpackerhostels erreichen, wobei man in der namibianischen Hauptstadt ohnehin nicht zwingend auf oeffentliche Transportmittel angewiesen ist, wenn man ein paar gesunde Meter Fussmarsch nicht scheut. Ich uebernachte nun im Cardboard Box Hostel, welches das dem Bahnhof naechstgelegenste ist. Es gibt dort einen netten Innenhof mit einer Bar an der den ganzen Tag etwas los ist und einen kleinen Pool sowie einen Braai, also einen grossen, der suedafrikanischen Tradition folgenden Grill, der nicht mit Kohle sondern mit Holz das Fleisch gart.



Da man beim CheckIn einen Gutschein fuer zwei Pfannkuchen und einen Kaffee bekommt, musste ich mir auch kein Fruehstueck organisieren. Nachdem ich mich mit dem Hostel vertraut gemacht und mich den vielen Hinweisschildern folgend besonders wassersparend geduscht hatte, ging ich ins Zentrum der Stadt, wo es an der Independence Avenue, der Hauptgeschaeftsstrasse durch Windhoek, eine kleine Fussgaengerzone gibt, in dessen Naehe sich mit dem Wernhill Centre und der Levinson Arcade gleich zwei relativ grosse Shoppingcenter gibt. Ansonsten sieht man am Pick and Pay, dem Nandos, dem Hungry Lion und dem Shoprite Supermarkt, dass der Handel in Namibia fest in der Hand der suedafrikanischen Unternehmen ist, was bei der geringen Einwohnerzahl Namibias und der Geschichte der letzten 90 Jahre auch kaum verwundert.



Als ich einen groben Ueberblick ueber die Innenstadt gewonnen hatte, ging ich in ein Internetcafe um meine Berichte zu uebertragen, emails zu beantworten und um die Telefonnummer von Maria in mein Handy zu speichern, die hier in Windhoek lebt und dessen Kontakt ich aus der Dortmunder Raumplanerszene bekommen hatte. Die letztere der drei Aktionen wurde mir zum Verhaengnis. Denn anstatt das Handy erst herauszunehmen, wenn ich die Nummer tatsaechlich speichern will, liess ich das Mobiltelefon vor mir auf dem Tisch liegen.



Irgendwann kam ein junger Mann in das Internetcafe, der beim Betreiber nach dem Preis fragte und mich dabei anstiess. Ich reagierte nicht, doch tippte er mir dann auf die Schulter, woraufhin ich zu ihm sah. Als er nur ohne etwas zu sagen auf den Monitor zeigte, wurde ich etwas unsicher und zog meinen Rucksack naeher an mich heran. Erst 5 Sekunden spaeter merkte ich, dass mein Handy in der Sekunde als ich weggesehen hatte, Beine bekommen und sich aus dem Staub gemacht haben muss.



Das war noch frueh genug, um den Mann der mich angetippt hatte, aufzuhalten und ihn nach meinem Handy zu fragen, doch er sah mich nur bloed an und bot mir an, seine Taschen zu durchsuchen. Als der Inhaber dazu kam, tat der auch nichts anderes als ihn anzuschreien, dass er sich hier nicht wieder blicken lassen solle. Da wir in einem Land der dritten Welt sind, macht es natuerlich keinen Sinn, die Polizei zu rufen und seine Zeit fuer eine Anzeige und ein paar gute Ratschlaege zu verschwenden.



Ich tat also das einzig moegliche, schrieb eine mail an Vodafone mit Karten und Kundennummer und liess die Karte sperren, da ich telefonisch mit meinem Communicator und der Zweitkarte die ich zur Sicherheit mit auf die Reise genommen hatte, niemanden erreichen konnte. Ein Kontrollanruf auf mein Handy ergab auch kein Besetztzeichen, sondern eine Nicht-Erreichbar-Ansage, was mich etwas beruhigte. Ich machte also im Netz weiter und schrieb die Nummer von Maria auf einen Zettel. Ich kann nichtmal ausschliessen, dass die Leute aus dem Internetcafe irgendwie beteiligt waren, denn dass 2 Leute auf gut Glueck durch die 2 oder 3 Internetcafes der Stadt schleichen, ist zwar moeglich, fuer mich aber nicht wirklich sinnvoll. Aber egal. Ich habe einen Moment nicht aufgepasst und die Quittung dafuer bekommen



Wie immer ist es natuerlich nicht der materielle Schaden, der mich nervt, es sind die ganzen neuen Adressen und Telefonnummern, die ich seit dem letzten Datenbackup vor meiner Reise neu eingespeichert habe und mit denen niemand anders irgend etwas anfangen kann. Und die ganze Rennerei und Kommunikation mit Vodafone um eine neue Karte zu bekommen. Genau solche Ereignisse, sowie die Tatsache, dass man jede Sekunde auf Alles achten muss und dass jeder Fehler den man macht so hart bestraft wird, ist etwas, das mich langsam zu nerven beginnt. Da kann man wirklich froh sein, dass man in Deutschland lebt, wo man ein Handy in einer Kneipe auf den Tisch legen kann und es sogar noch da ist, wenn man von der Toilette zurueck kommt.



Um 15 Uhr habe ich mich dann jedenfalls mit Maria im Hostel getroffen. Da sie ein Auto hat, konnten wir eine kleine Stadtrundfahrt durch die teuren Wohngegenden von Klein Windhoek, die Townships in Katutura und die ehemaligen Gebiete der Coloureds machen, wobei die Townships zwar auch hier zum Teil aus Wellblechbehausungen bestehen, es aber nicht so chaotisch und unhygienisch wirkt, wie ich das zum Teil in Suedafrika gesehen habe. Die lebhaftesten Maerkte mit fantastisch aussehenden Grillstaenden gab es natuerlich in Katutura, wo auch generell mehr Leben auf den Strassen zu sehen ist.



Wir holten Anita, eine norwegische Freundin von Maria ab und fuhren ins Maerua Center, wo wir zwei Bier tranken, bevor wir zu einer kleinen Party in die Wohnung von Anita fuhren. Es war ein netter Abend mit sehr internationalen Gaesten. Ausser Maria waren noch 2 weitere schwarze Namibier dort, wobei einer von beiden eine Zeit lang in Deutschland gelebt hat. Dann kam noch eine weitere Norwegerin hinzu sowie 2 Spanier, die hier in Namibia arbeiten. Es war eine sehr interessante Runde und war faszinierend die Geschichten zu hoeren, wie die Leute alle in Namibia gelandet sind.



Als die anderen um 22.30 Uhr in die Stadt fuhren, um eine kostenlose Kinovorstellung zu sehen, setzte Maria mich am Hostel ab, da ich nach dem langen Tag und dem wenigen Schlaf in der Nacht beim Film wohl eingeschlafen waere. Zumal ich City of God bereits in Brasilien auf portugiesisch mit englischem Untertitel gesehen hatte.

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