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20.03.2005: (Maseru (Lesotho)) "Reisetagebuch - 20.03.2005"    [geschrieben von AlexSapp]

Mein Tagesziel war es nach Mokhotlong in Lesotho zu gelangen. Der Ort ist nur ungefaehr 90 Kilometer von der Sani Lodge entfernt, doch liegt dazwischen die suedafrikanisch-lesothosche Grenze und, was noch viel schlimmer ist, der 2864 Meter hohe Sani Pass. Zudem ist heute Sonntag, was die Chancen, auf dieser Strecke oeffentliche Verkehrsmittel zu finden, auf nahe Null reduziert. Dafuer gibt es um so mehr touristischen Verkehr. Was nicht zwingend bedeutet, dass dies viel ist.

Nach einem guten Fruehstueck checkte ich aus und marschierte los die Passstrasse hinauf, die auf 28 Kilometern ca. 1.400 Hoehenmeter meistert. Nach etwa 2 Stunden Marsch wurde es langsam richtig heiss, da es kaum schattige Abschnitte an der Passstrasse gibt. Mein Glueck war, dass mich gerade zu dieser Zeit ein Mitsubishi Pajero aelteren Baujahres ueberholte, dessen Insassen, ein britisches Paar welches derzeit in Kenia lebt sowie der juengere Bruder der Frau, ich aus der Sani Lodge kannte, weshalb es natuerlich ausser Frage stand, ob sie mich mitnehmen wuerden.



An einer schoenen Aussichtsstelle auf halbem Weg hielten wir kurz an, um den Auspuff wieder abzudichten und zu justieren, doch danach ging es ob der schlechten Strassenverhaeltnisse zwar langsam, jedoch ohne Probleme hinauf. Ein kurzer Stopp um den Ausreisestempel zu bekommen war noch noetig, doch dann hielten wir erst wieder am hoechsten Punkt an, dem Sani Pass mit der Einreisestelle nach Lesotho, wo ich nun bis zu sieben Tage bleiben darf.



Da es noch vor halb 12 war und die drei erst gegen Abend wieder zurueck wollten, entschieden sie, weiter hinein nach Lesotho zu fahren und boten mir an, mich mitzunehmen, bis sie umdrehen wuerden. So fuhren wir ueber die Strassen des Bergkoenigreiches Lesotho, mit nichts als Bergen und Taelern um uns herum. Es dauerte lange, bis erste Siedlungen am Strassenrand auftauchten und diese waren nicht sehr gross. Da wir auf der steilen Strasse aber nicht sehr schnell voran kamen, brachten die Briten mich zumindest noch so weit, dass ich im Notfall bis zum naaechsten kleinen Ort wuerde laufen koennen, bevor wir uns verabschiedeten und der Pajero sich die ganze Strecke wieder hinauf kaempfen musste.



Ich lief dann wieder eine Weile, bevor mich ein aelteres suedafrikanisches Ehepaar einige Kilometer bis zu dem kleinen Ort am Abzweig nach Mokhotlong mitnahm, wo diese jedoch in die Gegenrichtung abbogen, weshalb ich nochmal einen fast 2stuendige Fussmarsch einlegen musste. Als es gerade sehr leicht zu regnen begann, hielt ein heimischer PickUp an, dessen Ladeflaeche ich mir mit 2 jungen Frauen und ihren Babys teilte. Dieser fuhr mich bis nach Mokhotlong, doch wie in solchen Gegenden ueblich musste ich fuer diesen Lift einen kleinen Obulus zahlen, was ich gern tat, da es nun heftiger zu regnen begann.



Neben einem teuren Hotel etwas ausserhalb des Ortes, welches auch im Lonely Planet verzeichnet ist, gibt es noch ein weiteres Hotel in der Naehe des Krankenhauses, welches aber aehnlich teuer ist. In dem tristen Ort gibt es aber keine andere Unterkunft und der Regen sorgte dafuer, dass ich auch keine rechte Lust hatte, noch etwas anderes zu suchen. So nahm ich das 141 Rand oder 141 Maloti teure Zimmer, das dafuer allerdings einen grossen Fernseher und ein eigenes Bad hat. Trotzdem gehoert es mit umgerechnet fast 18 EUR zu den teuersten Unterkuenften meiner ganzen Reise.



Dass Mokhotlong nicht gerade ein Touristenort ist, erkennt man nicht nur daran, dass man in dem Restaurant/Kneipe/Supermarkt/Kiosk im Zentrum eine halbe Sensation ist, auch hat ins einzige Hotel innerhalb des Ortes mindestens in den letzten 3 Wochen kein Gast eingecheckt, der nicht aus Lesotho kam, wie ich dem Hotelbuch entnehmen konnte.



Ich machte, nachdem der Regen aufgehoert hatte, noch einen kleinen Stadtrundgang, bei dem ich auch in der ominoesen Gaststaette an der zentralen Kreuzung zu Abend ass. Ich fand 50 Meter von hier entfernt auch den Abfahrtsort der Busse nach Maseru und habe sicher Alles Sehenswerte des Ortes gesehen, wobei das eigentlich schon nach der Durchfahrt mit dem PickUp der Fall gewesen ist.



Nachdem schon Underberg laengst nicht mehr so entwickelt wirkt, wie die groesseren Staedte Suedafrikas, war es doch ein Schock zu sehen, wie eine Grenzueberquerung den Lebensstandard der Menschen innerhalb weniger Kilometer veraendert. Auf suedafrikanischer Seite war das letze das grosse 3 Sterne Sani Pass Hotel, in dessen Umgebung Touristen mit Quads unterwegs waren, als wir den Pass ueberquert hatten, konnte man nur noch kleinste Doerfer finden, die ueber keine Wasserver- oder entsorgung verfuegen und auch nur diejenigen direkt an der Strasse haben elektrischen Strom. Die jungen und alten Maenner sind auf Pferden oder zu Fuss mit einer handvoll Nutztiere unterwegs und tragen dabei sehr modisch hohe Gummistiefel zu kurzen Hosen und haben eine bunte warme Decke umgelegt, waehrend die Kinder jedes vorbeifahrende Auto um Suessigkeiten bitten. Und im ganzen Land scheint es keinen einzigen Zaun zu geben. Fluesse und Berge sind die einzigen Begrenzungen, doch die sind dafuer umso gewaltiger.




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