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Beiträge  - Auslandsberichte
06.03.2004: (Coyhaique (Chile)) "Chile...die 2. Etappe!"    [geschrieben von jmetzler]

Buenas tardes mis amigos,



¿como estas? Soy muy bien aqui. Hace buen tiempo y trabacho mucho!...

So, und jetzt fuer alle nicht spanisch sprechenden unter euch (wobei ihr das vielleicht auch noch verstanden habt und ich auch nicht sehr viel mehr kann :-))



Also, nun komme ich endlich dazu euch den zweiten Teil meiner Chile-Eindruecke zu uebersenden....

Wie ich oben bereits versucht habe nieder zu schreiben, geht es mir hier sehr gut,wir haben immer noch gutes Wetter und arbeiten immer noch viel. Allerdings ist das Wetter nicht mehr ganz so gut und es regnet ab und zu. Schnee wird es hier aber bis zu meiner Abreise wohl nicht mehr geben, es hat hier immer noch ueber 20 Grad :-)



Nun aber von Anfang an...das letzte was ich euch mitgeteilt habe, war meine bevorstehende Fahrt in die Pampa - die Comuna Río Ingeniero Ibáñez.Hier moechte ich nun ansetzten.



Am Sonntag vor einer Woche sind wir alle zusammen in den gemieteten Bus nach Ibáñez gestiegen und als wir dort ankamen wollten wir am liebsten gleich wieder zurueck. Der Ort, der direkt am Lago General Carrera liegt (kleine Verbesserung zur letzten Mail: der groesste see Chiles,der zweitgroesste Suedamerikas), wirkt total trostlos:staubige Strassen, knallende Hitze, nichts los und absolut nicht schoen... Insgeheim stellten sich am ersten nachmitag wohl alle die Frage, wie man einen solchen Ort touristisch vermarkten sollte.

Wir hatten uns zwar fuer die Woche Ibáñez mit allen moeglichen Dingen eingedeckt: Muesli,Obst, Suessigkeiten....aber keiner von uns hatte daran gedacht,dass es hier vielleicht ein Problem sein koennte Wasser, Milch oder Kaffee aufzuteiben. An Nescafe gewoehnt man sich ja recht schnell und nach zwei Wochen Chile konnte ich mir nichts anderes mehr vorstellen, aber morgends mit Caro-Cafe-Verschnitt mit Milchpulver Vorlieb nehmen zu muessen, war dann doch zu viel.... Zum Glueck konnten wir im Laufe der Zeit Nescafe und Fluessigmilch auftreiben. Der Wettlauf um Wasser hingegen begleitete uns die ganze Woche. Ausserdem gingen noch diverse andere Lebensmittel im Laufe der Woche aus. So gab es zum Beispiel keinen Kopfsalat und keine Tomaten mehr..



In Ibanez schliefen wir in der zukuenftigen Schule fuer Tourismusfuehrer, die noch nicht ganz fertig renoviert war, weshalb wir inmitten von Farben und Staub schliefen. Die Tourismusschule stellt natuerlich ein fuer uns sehr interessantes Projekt dar und kann als grossen Pluspunkt fuer den ort gewertet werden (yipii, wenigstens eine positive Sache). Bekocht wurden wir von der Koechin des Internates des Ortes. Auch dieses wurde gerade renoviert, weshlb sich staendig Handwerker um uns herum tummelten.



Bisher habe ich fast nur Negatives ueber den Ort geschrieben dieses Bild hat sich zwar im Laufe der Woche relativiert,aber die ersten zwei Tage hatte ich wirklich das Gefuehl ich bin hier total fehl am Platz und waere am liebsten so schnell wie moeglich wieder zurueck nach Coyhaique gefahren...Leider war der frueheste Zeitpunkt erst der kommende Sonntag.



Die folgenden Tage befassten wir uns mit der Bestandsaufnahme von Puerto Ibanez und Cerro Castillo (einem weiteren Ort der Comuna). Wir rannten also durch den Ort und versuchten alles,was uns relevant erschien zu erfassen....wobei ganz interessante Dinge ans Licht kamen. So hat Ibanez mit seinen ca. 4oo Einwohnern ganze 15 Super- oder besser Minimercados (wovon wir im Laufe der Woche ganz schoen provitierten...irgendwo bekam man immer noch Wasser).



Waehrend unserer Woche fern jeglicher Zivilisation besuchten wir ausserdem noch ChileChico, einen Ort auf der anderen Seite des Lagos. Die Fährfahrt war ein eichtes Erlebnis....wobei hier nicht unbedingt die Fahrt an sich gemeint ist, sondern der Versuch des Erwerbs eines Tickets fuer die Rueckfahrt. Auf unsere Anfrage wurde uns naemlich erst einmal mitgeteilt, dass die Faehre voll sei und die naechste Faehre am Freitag fahre (wir hatten wohlgemerkt Mittwoch, kein Gepaeck dabei und diverse Termine in der municipalidad usw. fuer die naechsten tage vereinbart...). Erst nach einem hin und her von ueber 20 min. konnten wir doch noch Tickets erwerben und nach Ibanez zurueck kehren. Wer haette gedacht, dass wir uns noch einmal so darueber freuen wuerden dorthin zurueck zu kehren.



Am Ende der Woche haben wir dann also der Muni unsere Eindruecke und Ueberlegungen vorgestellt und sind auf offene Ohren gestosen.Allerdings erwartet die Muni von uns ein kreatives,billiges, leicht umsetzbares Konzept fuer die Loesung der Probleme...dies wird uns nun die naechsten 2 Wocehn in Coyhaique beschaeftigen, bevor wir unsere Arbeitsergebnisse der Muni vorstellen werden.

In solchen Momenten merkt man deutlich, wie abstrakt und teilweise fern von jeder Realitaet (zumindestens von der der lokalen Bevoelkerung) man als Planer arbeitet und denkt. Es faellt unheimlich schwer ein kompaktes Produkt zu erzeugen,welches den Menschen direkt hilft...



Das Wochenende verbrachten wir dann damit, die restlichen localidades,Ortschaften derComuna, zu besuchen. Dazu fuhren wir mit unserem gemieteten Bus ueber die Carretera Austral, die eigentlich einzige befahrbare Strasse des Suedens (natuerlich nur Schotterpiste), ueber Cerro Castillo, Bahia Murta nach Puerto Tranquilo. Dabei besichtigten wir so ziemlich alle Atraktionen der Gegend: den Salto de Puerto Ibañez (ein beeindruckender Wasserfall) , die las Manos de Cerro Castillo (praehistoische Handabdruecke, so zusagen Unterschriften), einen alten Friedhof von Bahia Muerta und die cavernas de Marmol in Tranquilo (Marmorhoehlen). Am Sonntag ging es dann den ganzen Weg zurueck bis nach Coyhaique.



Total fertig und mit unheimlich vielen unverarbeiteten Eindruecken waren wir froh endlich wieder einen Ruhepunkt zu haben und uns etwas erholen zu koennen. Im Endeffekt hat sich mein erster Eindruck der Comuna nicht bestaetigt. Mittlerweilebin ich durchaus der Meinung,dass die Comuna einiges an touristischem Potenzial hat,wir aber noch einiges an Arbeit vor uns haben.Die Schwierigkeiten leigen vor allem darin,die Bevoelkerung zu begeistern, der Komuna ein einheitliches Image zu geben und die Pluspunkte (Landschaftliche Vielfalt, Ruhe,...) zu vermarkten.





Vamos a ver! Um euch nicht mit noch mehr Informationen zu ueberfrachten,mache ich an dieser Stelle Schluss und schreibe euch die Ereignisse der vergangenen Woche, seit der Rueckkehr aus Ibanez, morgen....



Hasta mañana y muchas salutas,



Jasmin

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