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30.05.2012: (Planer-Plattform) "2nd hand spaces – die Nutzung vakanter Orte als partizipative Praktik - Einladung"    [written by NoSt]

2nd hand spaces entstehen vielerorts auf Basis von Zwischennutzungen. Sie ermöglichen die aktive Teilhabe von Stadtbewohner_innen an Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen sowie die selbstbestimmte Nutzung von (Stadt-)Räumen. Dadurch fördern 2nd hand spaces Empowerment und involvieren Gruppen, die durch konventionelle Beteiligungsangebote nicht erreicht werden. Sie entfalten eine nachhaltige Wirkung durch den Aufbau sozialer Netzwerke, durch die Identitätsbildung an vakanten Orten und durch eine bedürfnisorientierte Raumproduktion. Als Türöffner und Experimentierfelder können sie über temporäre Nutzungen hinaus zum Ausgangspunkt prozesshafter Um- und Wiedernutzungen werden.

Die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) hat über drei Jahre als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik Zwischennutzungen im gesamten Bremer Stadtgebiet initiiert und begleitet: Brachflächen wurden für Stadtteilprojekte genutzt, Leerstände in kulturelle Produktionsstätten verwandelt und ein für den Abriss vorgesehenes Gewerbegebäude in einen selbstverwalteten Ort für kreative Selbständige transformiert.

Ausgehend von diesen Erfahrungen wird am ersten Kongresstag über Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen vor dem Hintergrund partizipativer Planungs- und Aneignungsprozesse diskutiert. In drei Themenblöcken referieren Expert_innen verschiedener Disziplinen entlang folgender Fragen: Wie werden Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen den Bedürfnissen ihrer Nutzer_innen angesichts veränderter Ansprüchen an den Stadtraum gerecht? Sind Zwischennutzungen als Ausgangspunkte partizipativer Stadtentwicklungsprozesse geeignet? Warum bleiben sie vielerorts auf situationsbezogenes Taktieren in Problemlagen beschränkt? Welche Chancen bieten Zwischennutzungen für einen nachhaltigeren Umgang mit dem Bestand und der Stadt?

Am zweiten Kongresstag steht der Veranstaltungsort im Vordergrund. Er beginnt mit einem Urbanen Spaziergang über das Areal der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK). Anschließend stellen Expert_innen Beispiele über die Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen aufgegebenen Industriearealen vor. Im folgenden Workshop werden Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung der BWK entwickelt. Grundlage dafür bilden die temporäre Nutzung des Gebäudes als „Palast der Produktion“ und die Erkenntnisse aus der begleitenden „Wunschproduktion“.



PROGRAMM

Donnerstag, den 28.06.2012

10:00 Begrüßung ZwischenZeitZentrale Bremen (ZZZ)
10:15 Grußwort Senator Martin Günthner (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Bremen)

I Partizipation und Stadtentwicklungspolitik
10:30 Haustüren und Zeitfenster für aktive Teilhabe öffnen
ZwischenZeitZentrale Bremen (ZZZ)

11:15 Partizipationen. Über das Bürgerbeteiligungsverständnis der Nationalen Stadtentwicklungspolitik
Stephan Willinger (BBSR, Bonn)

12:00 Neue Nutzungen für Stadtareale in Bremen: Planungs- und Partizipationsprozesse eröffnen Horizonte und ebnen den Weg
Franz-Joseph Höing (Senatsbaudirektor Bremen)

12:45 Mittagspause

II Praktiken der Raumproduktion

13:30 urban renewal as field of action for a need-oriented production of space (working titel)
Massimo Bricocoli (Politecnico di Milano, Italia)

14:15 Henri Lefebvre und das Recht auf die Stadt
Klaus Ronneberger (Stadtsoziologe, Frankfurt am Main)

15:00 Kaffeepause

III Praxisbeispiele: Vakanz und Partizipation

15:15 Stadt der Möglichkeiten
Andreas Krauth (Raumlabor Berlin)

16:00 Initiative ergreifen in der Stadtumbaupraxis
Prof. Dr. Ing. Holger Schmidt (TU Kaiserslautern)

16:45 Podiumsdiskussion

17:30 Zusammen sein

18:30 Abendessen

20:00 Buchvorstellung
second hand spaces – über das Recyceln von Orten im städtischen Wandel / Recycling Sites Undergoing Urban Transformation (im Erscheinen, Jovis Verlag, Berlin)


Freitag, den 29.06.2012

10:00 Urbaner Spaziergang "Palastbesichtigung" mit dem AAA –- Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Praxisbeispiele: sukzessive Entwicklung von Industriearealen

11:30 Mehr Chancen als Risiken – Potenziale einer kooperativen prozessorientierten Stadtplanung
Dr. Martina Baum (ETH Zürich / STUDIO . URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe)

12:15 "Spinnerei – from cotton to culture"
Bertram Schultze (Projektentwickler, Leipzig und Nürnberg)

13:00 Mittagessen

14:00 Workshop
Gemeinsame Entwicklung von Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung und dem BWK-Areal.

16:00 Präsentation der Ergebnisse

17:30 Ende


ORT

Der zweitägige Kongress findet im „PdP - Palast der Produktion“ statt (Landrat-Christians-Straße 95, 28779 Bremen-Blumenthal), den die ZZZ konzeptioniert hat und durchführt. In diesem Rahmen wird die frühere Sortierung der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK) als Laboratorium neuer Arbeitsformen zwischengenutzt. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.palast-der-produktion.de.

Anfahrt

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ANMELDUNG

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer_innenzahl ist an beiden Tagen begrenzt. Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 22. Juni 2012 verbindlich per E-Mail an: sarah.osswald@zzz-bremen.de

Der Kongress findet bis auf den Vortrag von Massimo Bricocoli auf Deutsch statt. Sollten Sie eine Übersetzung ins Englische wünschen, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit uns auf.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.zzz-bremen.de

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